Gerbverfahren

Die Ledergerbung ist eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheit überhaupt. Es gibt viele unterschiedliche Gerbverfahren. Einige sind über die Jahrhunderte hinweg perfektioniert worden und werden immer noch angewendet, andere sind heute nicht mehr Stand der Technik. Zu den weltweit gängigsten Gerbverfahren gehören die Chromgerbung, die so genannte Wet White-Gerbung mit synthetischen Gerbstoffen und die Vegetabilgerbung mit Hilfe pflanzlicher Gerbstoffe (z. B. Blätter, Rinden, Hölzer oder Früchte). Über 80 Prozent der weltweit gegerbten Leder werden mit Chrom gegerbt – so auch bei der Lederfabrik Heinen.

Grundsätzlich gibt es (noch) kein zu 100 Prozent ökologisches Verfahren zur Ledergerbung, das in einem industriellen Maßstab umsetzbar wäre. Jedes Gerbverfahren hat bestimmte Vor– und Nachteile. Von allen Gerbverfahren hat sich die Chromgerbung in verschiedenen Untersuchungen als die umweltfreundlichte erwiesen. Entscheidende Abwasserparameter sind bei der Chromgerbung am wenigstens umweltbelastend, wie eine Studie von LGR und FILK belegt.

Vergleich gängiger Gerbarten


 

Flächen-
rendement

Abwasser
Gerbung

Abwasser
Nasszurichtung

 

 

CSB

AOX

G L20

CSB

AOX

G L20

 

m²/100 kg Rohhaut

mg/l

mg/l

Wert

mg/l

mg/l

Wert

 

 

 

 

 

 

 

 

Chromgerbung

18

4300

5,9

14

6200

0,2

< 1400

Cr-III-Sulfat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wet-White Gerbung

15

7100

1

18

10600

0,2

9000

(Glutardialdehyd, Polymer Syntan)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vegetabil Gerbung

13

14900

8,4

340

16700

0,1

2200

(Glutardialdehyd, Mimosa)

 

 

 

 

 

 

 

Erläuterungen:

Der CSB-Wert (CSB: Chemischer Sauerstoff-Bedarf) eines Abwassers sagt aus, wie viel Sauerstoff und damit wie viel Energie man benötigt, um ein Abwasser zu reinigen.

Der AOX-Wert (AOX: adsorbierbare organische Halogenverbindungen) ist ein Summenparameter in der Abwasseranalytik, der nicht abbaubare bzw. nur sehr schlecht abbaubare, giftige Stoffe im Abwasser bemisst.

Der G L20-Wert dokumentiert die Fischgiftigkeit eines Abwassers.